Prefixe

Quenya hat eine Zahl an Prefixen die an Nomen und Verben angehängt werden können.

ala- "nicht, un-, in-": Alahasta "unbetrübt" (MR:254). Dieses Prefix scheint die Macht zu haben einen folgenden verbalen Stamm in ein Partizip der Vergangenheit verwandeln zu können sogar wenn keine explizite partizipial Endungs vorhanden ist: Anders als ú- (siehe unten), scheint dieses Prefix, keine negativen Assoziationen zu haben.

am- "Prefix am- hinauf" (AM²), in amortala "hebend", lit. *"hinauf-steigend", zweifellos am + ortala (MC:222; orta- = "rise"). Offensichtlich wird ama- vor einem Konsonanten verwendet; amatixë, "punkt (tixë) plaziert über der Zeile in der man schreibt", lit. *"über-punkt/hoch-punkt". Auch amba- *"aufwärts" in Ambalotsë "Hochwachsende Blume" (WJ:318; amba "auf, aufwärts", AM²).

an- "Superlativ oder Intensiv-Prefix" (Briefe:279), daher ancalima "am hellsten" von calima "hell".

apa- "dannach/nach/nachher/später", in Apanónar "der Spätergeborene" (ein elbischer Name für Menschen, WJ:387/Silm K 12), Variante ep- in epessë "Nickname" (lit. "Nachname", ein Name der nach dem regulärem Namen gegeben wird, UT:266). Es scheint als würde ep- dann statt apa- benützt wenn das Wort vor dem es steht mit einem Vokal beginnt.

ata-, at- "rück-, re-, wieder-" (AT[AT]).

au- ein Prefix das am besten erklärt wird im Kontrast mit hó-; siehe unten

ava- ein Prefix welches bei bestimmten Adjektiven vorkommt und anzeigt dass etwas verboten oder gefährlich ist: Tolkien unterscheidet avaquétima "nicht gesagt, es muss gesagt werden" und avanyárima "nicht erzählt" mit úquétima "unaussprechbar" und únyárima "nicht fähig zu berichten" (z.B. weil die Fakten nicht bekannt sind, nicht weil es jemand verboten hat die Geschichte zu erzählen). (WJ:370)

can- "vier-" (KÁNAT), nicht bestätigt in irgendeiner Verbindung; ein Beispiel könnte sein: *cantil "Viereck" (neltil "Dreieck", siehe nel-).

en- "auf-, wieder-": enquat- "auffüllen/wiederbefüllen" (zukunftsform enquantuva im Namárië), entulessë "Rückkehr" (UT:171). Eine frühe "Qenya" Variante war an- siehe LT1:114, 184.

ep- "danach/nach", siehe apa- oben.

et- "heraus, aus". Wird benützt bei einem Verb in ettul- wahrscheinlich *"komm heraus, komm raus" (SD:290, cf. ET, TUL)

hó- "weg", Prefix für Verben. Entsprechend WJ:368, der "Betrachtungspunkt war ausserhalb der Sache, des Platzes, oder Gruppe im Gedanken". Das Verb hótuli- *"von-kommen" welches komm weg bedeutet, "also das verlassen eines Platzes oder Gruppe und anschliessen einer Anderen im Gedanken oder einem Platz des Sprechers", und ähnlich hóciri- *"von-schnitt" was eigentlich "abschneiden" bedeutet "eine benötigte Portion haben oder verwenden". Kontrast biete das Prefix au-, welches eine ähnliche Bedeutung geniesst *"von, weg", aber hier ist der Betrachtungspunkt vom Ding, vom Platz oder der Gruppe der Frage ausgehend. Auciri- bedeutet auch "abschneiden", aber jetzt um einen Teil einer Portion zu erlangen.

il- negativ Prefix *"un-, in-"; es zeigt das gegenteil an (LT1:255). Unter dem Stamm PHIR finden wir firin "tot" und ilfirin "unsterblich", es ist ersichtlich dass die negationsform nicht einfach "nicht tot" heisst sondern sogar "unsterblich"-

lin- "viele" (LI), Prefix für Adjektive wie lintyulussëa "viele Pappeln haben" (lin- "viele" + tyulussë "Pappeln" + die Adjektivendung -a). Übernommen: lil- in lillassëa "viel-blättrig" (pl. lillassië im Markirya Gedicht), das wäre lin- "viele" + lassë "Blatt" + die Adjektivendung -a.

nel- "drei-" (NEL), neltil "Dreieck" (TIL).

nu- *"unter" in nuhuinenna "unter dem Schatten" (SD:246), wahrscheinlich auch in nucumna "gedemütigt" (SD:246) - lit. *"unter-neigung/geneigt".

nun- *"unter, darunter", bestätigt in nuntixë